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Twitter IPO

Bei einem Ausgabepreis von 27 Euro wäre Twitter rund 15 Milliarden Dollar (gut elf Milliarden Euro) wert. Mit dieser Entwicklung kann Jack Dorsey kaum gerechnet haben, als er vor gut sieben Jahren den ersten Tweet absetzte: „Just setting up my twittr.“ Gemeinsam mit Evan Williams, Biz Stone und Noah Glass entwickelte und gründete der Programmierer 2006 den Kurznachrichtendienst, der inzwischen mehr als 230 Millionen regelmäßige Nutzer hat. Von Popstars über Präsidenten, Unternehmen und Revolutionäre bis hin zu Boris Becker nutzen Menschen den Dienst, um die Welt über wichtige oder weniger wichtige Ereignisse zu informieren
Von den Nutzern verlangt Twitter keine Gebühren. Die Gehälter für die mehr als 2000 Mitarbeiter des in San Francisco beheimateten Unternehmens sollen vor allem aus Werbegeldern kommen. Das könnte immer besser funktionieren. Zwar hat Twitter in den ersten neun Monaten noch 134 Millionen Dollar verbrannt. Gleichzeitig verdoppelte sich jedoch der Umsatz auf 422 Millionen Dollar. Ähnlich wie bei Facebook ist die Masse der Nutzer das Argument, mit dem das Unternehmen die Werbewirtschaft lockt. Sie platziert ihre Botschaften im personalisierten Nachrichtenstrom des Nutzers und bezahlt dafür. Doch anders als bei Facebook reicht es bei Twitter noch nicht zum Geldverdienen: Vor 2015, schätzen Analysten, kann das Unternehmen nicht mit schwarzen Zahlen rechnen. Dass dennoch Fonds und andere institutionelle Investoren, die in der Regel als vorsichtig gelten, großes Interesse zeigen, hat mehrere Gründe.
Mit Facebook und Linked-in, einem digitalen Jobnetzwerk, haben sich gleich zwei soziale Netzwerke in den vergangenen Monaten prächtig entwickelt. Facebook-Papiere etwa rangieren nach zwischenzeitlichem Absturz derzeit ein Drittel über dem Ausgabepreis. Neben dem günstigen Umfeld übt sich Twitter in vertrauensbildenden Maßnahmen und verhält sich nach Ansicht von Analysten geschickter als Facebook seinerzeit: Statt für die pannengebeutelte Nasdaq hat sich das Unternehmen für die traditionsreiche New York Stock Exchange als Handelsplatz entschieden. Als führende Konsortialbank betreut Goldman Sachs den Börsengang. Morgan Stanley, der eine Teilschuld am verpatzten Facebook-Börsengang im vergangenen Jahr angelastet wird, ist nur einer der Helfer.
iert Bloomberg Max Wolff, Chefökonom des Investmenthauses ZT Wealth. „Entweder man glaubt dran oder nicht.“